Die Galerie, die MERKIMA!

29. April 2026 durch
Gerhard SOKOL

Robert NEWALD,

oben im Bild, Pressefotograf und Mitglied  im SYNDIKAT FOTO FILM, ehemals beim STANDARD tätig aber auch in der Filmindustrie bestens bekannt, schickt mir eine Einladung zu einer Fotoausstellung in Pulkau. Da fahre ich natürlich hin!

Man muss sich schon auf den Weg machen, um Kontakt aufzunehmen, zu bewerten, mehr zu erfahren. Einhundert Kilometer etwa, kein langer Weg – aber Autobahn nur bis Stockerau. Deutlich enger geht es nördlicher im Weinviertel zu, dazu Baustellen, Sperren, Umleitungen - aber in  etwa eineinhalb Stunden ist man am Ziel. Schöne, gepflegte Landschaft, leere Straßen – wo sind die Menschen? Reizvoll liegt Pulkau mit seinen 1200 Seelen und ehrwürdigen Bauten im hügeligen Land vor mir – die Galerie MERKIMA ist gleich gefunden.

Herzlich wird man von DI Doris Hauser empfangen  – und wenig später steht man nach Bewältigung einer neuen, steilen, hölzernen Wendeltreppe in einer wunderschön restaurierten Galerie im ersten Stock, an deren weißen Wänden sich die unterschiedlichsten Werke zum Studium anbieten. Fünf Räume, fünf Künstler, deren einer, Peter Baumann, leider bereits verstorben ist, hier aber mit seinen Bildern weiterlebt, zumal er bei der Gründung der Galerie vor drei Jahren noch Werte vorgab. 

Bei der Eröffnung sprach Alfred Graselli, selbst aktiver Wiener Künstler mit beeindruckender Bandbreite, berührende Worte für den Verstorbenen.

Jetzt aber scharen sich in der Galerie MERKIMA vier Kollegen mit bestem Ruf um die Gründerin, Galeristin und Visionärin DI Doris Hauser die an Perspektiven für die Zukunft arbeitet:

Robert Newald (Titel und Bild oben links):  Seine Portraits von prominenten Personen sind bekannt, es ist dies bewährte journalistische Portraitfotografie; sie spiegelt auch die Interessen des Urhebers wider – diese Fotos mag man eben: Ernie Mangold, da schau her!

Gerhard Aba (Bild oben Mitte) verließ die klassische Pressefotografie, um sich neuen Techniken mit Vollendung zu widmen. Er war Glas- und Porzellanmaler im MAK, fand sich später als Kriegsberichterstatter wieder – doch hier stellt er völlig neue Kunstwerke aus, die aus Weggeworfenem entstanden. So wurden aus Plastikflaschen und Verpackungsmaterial filigrane Kunstwerke, die - mit besonderer Lichttechnik fotografiert - plötzlich mit lebendigen Farben zu neuem Leben erwachen! Seine Arbeiten dürfen das Prädikat „sensationell“ tragen!

Tom Monochrom (Bild oben rechts) versteht die Fotografie als Kunst, einmalige Momente festzuhalten, sichtbar zu machen – und sie mit anderen zu teilen. Seine SW-Akte zeigen dies. Auch beeindruckend ist eine Aufnahme des Naschmarktes bei Nacht, welche bei genauer Betrachtung eine lange Geschichte zu erzählen vermag! Tom ist heute professioneller Fotograf, bewegt sich mit künstlerischer Fotografie in vielen Bereichen für Medien in Wirtschaft und Kultur sowie für private Kunden.

Leo Pluschkowitz (Bild unten links) treffe ich im Raum vier der Galerie. Er kommt aus der Tatortfotografie/Forensik in Linz und Wien, lebt aber seit 2014 in Hadres im Pulkautal und verfiel der Landschaftsfotografie – und zwar nicht der spektakulären Ansicht wegen, leiser, sanfter geht er mit ihr um. Sein fotografisches Erlebnis in einem Weingarten gipfelte in einem Bild auf Leinwand, etwa 42x122 cm groß. Diese wiedergegebene Stimmung erhebt den Anspruch auf höchste Exklusivität! Wie übrigens auch seine Exponate staunen lassen, in denen Weiß durch Metalleffekt ersetzt wird.

Ein geruhsamer Besuch beim Fotofestival CLICK ART! 2026in der Galerie MERKIMA ist bis 6. September 2026 eine willkommene Abwechslung zu allem, was man bisher für Freizeit hielt. Frühstückspensionen (wie Goldener Löwe, Fam. Kober) bieten günstig Bett und Frühstück. Hervorragende Gastwirte findet man überall.

Mag das Leben hier in Pulkau nicht so präsent sein, wie wir das in Wien kennen – aber Bewegung gibt es allemal, und zwar in einer Vielfalt, die man nie angenommen hätte. Gibt es doch sehr guten Altbaubestand, der renoviert, großzügig umgebaut, neuen Zwecken als Kulturzentrum, Theater, Bühne, Atelierwohnung, Galerie, Workshop- und Seminarraum schon bald zur Verfügung stehen wird. 

Zukunft braucht Herkunft“ – ist der Leitspruch zum entstehenden Kulturzentrum in Pulkau. Und noch ein richtiges Wort: Kultur entsteht nicht zufällig, sie braucht Engagement, Haltung und Menschen, die bereit sind, mehr zu tun als erwartet wird. Mit DI Doris Hauser und Ihresgleichen scheint die Gemeinde Pulkau jedenfalls auf dem richtigen Weg. Pulkau ist erwacht, der Kreislauf pulsiert!

Und die Galerie, die MERK I MA.

Text und Fotos: Gerhard Sokol