Liebe Kolleginnen
und Kollegen,
es ist Tatsache,
dass in unserer Branche kein Stein mehr auf dem anderen liegt und Synergien in
den Riesenverlagen die Pressefoto-Szene nachhaltig zum Nachteil aller Kollegen
veränderten.
Existenzbedrohung
ist heute ein geflügeltes Wort
Viele Fotografen
gaben schon auf, andere kämpfen Tag für Tag um schmalen Ertrag. Ebenso ist es
Tatsache, dass von den Verlagen zur Unterschrift vorgelegte, einseitig
abgefasste „Verträge“ nicht immer als seriöse Papiere bezeichnet
werden können, zumal sie den angesprochenen Fotografen meist mit großen Einbußen
konfrontieren und am Rande der Sittenwidrigkeit stehen. Nur wenige können die
Unterschrift ausschlagen, ohne die Existenz aufs Spiel zu setzen! Meist ist es
überhaupt so, dass zur Honoraranweisung ein Papier mit neuen
Geschäftsbedingungen beiliegt, welche den Verfall der guten Sitten
dokumentieren. Wer das Honorar widerstandslos entgegennimmt, erklärt sich
automatisch mit den Bedingungen einverstanden und hat automatisch alle Rechte
verwirkt. Nun fügt es sich, dass der Rechtsschutzverband der Fotografen mit
Anwalt Schartmüller an der Spitze einen
Musterprozess
gegen
die so genannten „Knebelverträge“
anstrengen möchte
und dazu entsprechende Informationen bzw. Unterstützer braucht. Gesucht sind
Zeugen bzw. Leidtragende der einseitig abgefassten Verträge, die die Rechte der
Fotografen aufs Gröbste einengen, beschneiden und zur Unterschrift zwangen.
Gebraucht werden auch Kopien entsprechender Schriftstücke usw. Alle
Pressefotografen sind heute direkt oder indirekt von diesen Rezessionen
betroffen. Nur wenige haben Mut gezeigt, die vorgelegten Bedingungen nicht
akzeptiert und einen besseren Status – wenigstens auf Zeit –
errungen. Viele aber akzeptieren was ihnen vorgelegt wird, weil sie um die
Existenz bangen. Es wird nun versucht, Leidtragende bei allen österreichischen
Medien aufzurütteln, wenigstens das
Musterprozess-Ansinnen
zu unterstützen,
nachdem berechtigte
Chance besteht, das Ungleichverhältnis der Vertragspartner, nämlich der
Riesenverlage zu den Pressefotografen mit den entsprechenden Knebelpapieren zu
ändern, zu korrigieren, ja sogar aufzulösen.
Eine dringende
Bitte: Wer selber mit entsprechendem Papier konfrontiert wurde oder Kollegen
kennt, die unter Druck entsprechende Unterschrift geleistet haben und willens
sind, eine entsprechende Korrektur aller dieser Papiere zu erwirken ist
dringend eingeladen, dieses vom RSV begonnene Engagement zu unterstützen und
Kontakt mit dem Anwalt Dr. Josef Schartmüller aufzunehmen. Das Syndikat Foto
Film unterstützt selbstredend diese Aktion. Es ist dies eine einmalige Chance,
einen beabsichtigten, durch alle Instanzen gehenden Prozess zu ermöglichen,
um ein
oberstgerichtliches Urteil zu erwirken.
Nur so ist eine
Wende zum Positiven zu erreichen und die unerträgliche Situation des Status Quo
aufzulösen und neue Geschäftsbedingungen mit der Anerkennung der Urheberrechte
der Fotografinnen und Fotografen zu erreichen! Es ist zu hoffen, dass sich alle
Pressefotografinnen und Pressefotografen der Verantwortung bewusst sind, jetzt
für die Zukunft entsprechende Schritte zu setzen. Die gebotene Gelegenheit ist
unbedingt zu nützen, es gibt keine andere Möglichkeit, gegen die alle Rechte
negierenden, einseitig abgefassten Geschäftsbedingungen vorzugehen; die Chance
wiederholt sich auch nicht!
Die
Bündelung der Kräfte mit Mut
und
entschlossenem Vorgehen
muss zum Erfolg
führen, weil sonst alle Vereinbarungen künftig in der Belanglosigkeit enden! Es
gibt bereits einige betroffene Fotografinnen und Fotografen, deren
Einkommenseinbußen und „Arbeitsübereinkommen“ ohne Spesenabgeltung,
Urlaubsgeld usw., deren Verluste aller Rechte wie der Zweitveröffentlichung,
der Weitergabe der Bilder an Leser und alle Interessenten durch den Verlag ohne
Honorarabgeltung nun zur entschlossenen Handlung führen; mit ihnen wird der
Musterprozess Wirklichkeit. Möglichst
viele Meldungen sollen aber den Facettenreichtum und die „kreative
Phantasie“ einiger Verlage und Herausgeber ans Licht bringen.
Bitte informiert
alle Kollegen, bietet unsere Website an und fasst Mut, um eine beispiellose
Aktion mit Richtung weisendem Prozess durch die Instanzen mit entsprechenden
Unterlagen und Zeugenaussagen zu ermöglichen, zu unterstützen, um zu retten,
was zu retten ist. Leitet diese Nachricht auch gerne weiter! Eile und
Dringlichkeit ist geboten! Danke!
Namens des Vorstandes des Syndikates Foto Film:
Gerhard
gerhard.sokol@syndikatfotofilm.at
Dr. Josef Schartmüller: office@ra-pregarten.at
Wien, 30. November 2009